Familiengericht

DAS FAMILIENGERICHTLICHE VERFAHREN

Mit dem Landshuter Modell und dem Inkrafttreten des FamFG zum 01.01.2009 hat sich die Verfahrensgestaltung in den familiengerichtlichen Streitfällen gewandelt.

Wie sich das gerichtliche Vorgehen jetzt gestaltet, ist aus dem Merkblatt des Familiengerichts zu ersehen. Während das Familiengericht nach traditionellem Verständnis eher die letzte Station darstellte, wenn Familienkonflikte nicht mehr lösbar schienen und die Beteiligten deshalb eine gerichtliche Entscheidung anstrebten, sehen wir FamilienrichterInnen unsere Aufgabe heute anders: Eine Gerichtsentscheidung soll erst dann ergehen, wenn Kindeswohl nicht anders gesichert werden kann.

Vor allem geht es uns darum, den Erwachsenen die Rechte ihrer Kinder und ihre eigenen Verpflichtungen um das Kindeswohl nahezubringen und ihnen Hilfs- und Unterstützungsmöglichkeiten aufzuzeigen.

Über unseren fachlichen Austausch im Arbeitskreis „Eltern bleiben Eltern – Landshuter Modell“ haben wir diesbezüglich ein breites Spektrum.

Wenn Kindeswohl gefährdet ist oder wenn es andere Konflikte gibt, ist das Familiengericht schon zeitig anzurufen.

Manchmal genügen Gespräche beim Jugendamt oder einer Beratungsstelle oder auch eine Mediation, manchmal ist eine Familientherapie hilfreich. Auch der begleitete Umgang oder die Einschaltung einer/s Sachverständigen können zur Klärung der bestehenden Probleme nötig sein.

Oft wird für das betreffende Kind ein/e Verfahrenspfleger/in bestellt, der/die als „Anwalt des Kindes“ dessen Interessen im familiengerichtlichen Verfahren eigenständig vertritt. Zur Stärkung der Eltern gibt es außerdem viele individuelle Hilfsangebote. Bei unserer Arbeitsweise setzen wir voraus, dass die Eltern sich auf eine solche Unterstützung einlassen und ihrerseits umdenken:

Beim Familiengericht erreichen sie nicht „Sieg“ oder „Niederlage“, sondern sind aktiv gefordert bei der Lösung ihrer Sorgerechts- oder Umgangsprobleme.

Wir sehen es als Ausdruck elterlicher Verantwortung, sich mit den eigenen Bedürfnissen zum Wohl der Kinder zurückzunehmen und sich auf einen beratenden und begleitenden Prozess einzulassen, den das Familiengericht leitet. Können oder wollen Eltern nicht aktiv und konstruktiv mitwirken, so wird das Familiengericht dies bei einer erforderlich werdenden Gerichtsentscheidung bewerten und berücksichtigen müssen.

Eltern, die ihre ureigene Verantwortung für das Wohl ihrer Kinder selbst wahrnehmen können, sind immer die stärkeren Eltern als solche, die vor dem Familiengericht auf die Durchsetzung ihrer persönlichen Bedürfnisse bedacht sind.


MERKBLATT DES FAMILIENGERICHTS

Merkblatt für Eltern und die an Kindschaftsverfahren Beteiligten:

Das Familiengericht Landshut ist bestrebt, in Zusammenarbeit mit dem Stadt- und dem Kreisjugendamt Landshut und allen am Verfahren etvl. beteiligten Professionen möglichst schnell und effektiv eine gute Lösung für die betroffenen Kinder zu erzielen.

Nach unserem Verständnis soll vor allem den Eltern bzw. anderen betroffenen Familienmitgliedern dabei geholfen werden, ihre Streitpunkte und Konflikte rasch und in eigener Verantwortung zu lösen.

Wir haben unsere Verfahrensweise in einem Merkblatt für Sie zusammengefasst und bitten Sie als Betroffene, aktiv daran mitzuwirken.

Zum Lesen des Dokumentes benötigen Sie eine aktuelle Version des  Acrobat Readers, den Sie u.a. hier kostenlos herunterladen können.

Infoblatt FG Website 13112018


FAMILIENGERICHT – ADRESSE

Amtsgericht Landshut
– Familiengericht –
Maximilianstr. 22
84028 Landshut
Fon: 08 71 / 84 – 0
Fax: 08 71 / 84 -1267